Für alle Kinder besteht ab der Geburt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ein Anspruch auf Kindergeld. Auch darüber hinaus kann unter bestimmten Voraussetzungen das Kindergeld weiter gezahlt werden.

Das Bild zeigt eine Wäscheleine, an der Babykleidung und ein Stoffteddybär hängt.

Für welche Kinder kann man Kindergeld erhalten?

Als Kinder können berücksichtigt werden:

 

  • leibliche Kinder
  • angenommene (adoptierte) Kinder
  • Kinder des Ehegatten oder des eingetragenen Lebenspartners (Stiefkinder)
  • Enkelkinder
  • Pflegekinder

 

Stiefkinder und Enkelkinder können nur dann berücksichtigt werden, wenn sie in den Haushalt des Antragsstellers aufgenommen wurden, d. h., wenn sie ständig dort leben und dort versorgt und betreut werden.

 

Pflegekinder müssen mit dem Antragssteller durch ein familienähnliches, auf längere Dauer angelegtes Band verbunden und in den Haushalt aufgenommen sein. Die Haushaltsaufnahme darf nicht zu Erwerbszwecken erfolgen. Zu den leiblichen Eltern darf kein Obhuts- und Betreuungsverhältnis mehr bestehen.

 

Für in den Haushalt aufgenommene Geschwister besteht nur dann ein Anspruch auf Kindergeld, wenn sie als Pflegekinder berücksichtigt werden können.

 

Kinder können allerdings grundsätzlich nur dann berücksichtigt werden, wenn sie einen Wohnsitz und/oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) oder in einem Staat haben, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angewendet wird.

Wie beantrage ich Kindergeld?

Kindergeld muss schriftlich beantragt werden. Beim Antrag aus Anlass der Geburt eines Kindes ist die Geburtsurkunde bzw. die Geburtsbescheinigung im Original beizufügen. Bei Anträgen aus anderen Anlässen erfahren Sie von der kvw-Familienkasse, welche Unterlagen benötigt werden.

 

Kinder selbst können einen solchen Antrag nur stellen, wenn sie 18 Jahre alt sind und keine Unterhaltsleistungen von ihren Eltern erhalten.

 

Antrag auf Kindergeld

Anlage Kind zum Kindergeldantrag

 

 

Wichtige Änderung ab 2018:

 

Rückwirkende Kindergeldzahlung nur noch für sechs Monate möglich

 

Bei Kindergeldanträgen, die nach dem 31.12.2017 bei der Familienkasse eingehen, wird Kindergeld rückwirkend längstens für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag bei der zuständigen Familienkasse eingegangen ist.

 

Rechtsgrundlage hierfür ist § 66 Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG), welcher durch das Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz ab dem 01.01.2018 eingeführt wird.

 

Daher empfehlen wir Ihnen, Kindergeldanträge zeitnah zu stellen. Fehlende Unterlagen können Sie nachreichen.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Die Höhe des Kindergeldes beträgt ab dem 01.01.2018 für das erste und zweite Kind monatlich jeweils 194 €, für das dritte Kind 200 € und für das vierte und jedes weitere Kind 225 €.

Die Entwicklung des Kindergeldes seit 1996 entnehmen Sie der Tabelle:

Jahr 1. Kind 2. Kind 3. Kind ab 4. Kind  
2018 194 € 194 € 200 € 225 €  
2017 192 € 192 € 198 € 223 €  
2016 190 € 190 € 196 € 221 €  
2015 188 € 188 € 194 € 219 €  
2010 - 2014 184 € 184 € 190 € 215 €  
2009 164 € 164 € 170 € 195 €  
2002 - 2008 154 € 154 € 154 € 179 €  
2000 - 2001 270 DM 270 DM 300 DM 350 DM  
1999 250 DM 250 DM 300 DM 350 DM  
1996 - 1998 220 DM 220 DM 300 DM 350 DM  

Wie und wann erfolgt die Auszahlung?

 

Die kvw-Familienkasse setzt das Kindergeld fest und zahlt es zu Beginn eines Monats direkt auf die Konten der Berechtigten. Es ist deshalb wichtig, Kontoänderungen zeitnah der kvw-Familienkasse mitzuteilen.

Die Auszahlung des Kindergeldes an Kinder, andere Personen und Behörden ist immer dann möglich, wenn der Berechtigte seinem Kind keinen oder nur unregelmäßigen Unterhalt leistet, obwohl er dazu verpflichtet wäre. Die Anspruchsvoraussetzungen sind im Einzelfall zu prüfen, wenn ein formloser Antrag auf „Abzweigung des Kindergeldes“ gestellt worden ist.

Welche Änderungen müssen Sie uns mitteilen?

Wenn Sie Kindergeld beziehen, sind Sie gesetzlich verpflichtet, Ihrer Familienkasse unverzüglich alle Änderungen in Ihren beruflichen und privaten Verhältnissen und denen Ihrer Kinder mitzuteilen. Mitteilungen an andere Behörden (z.B. an Ihren Arbeitgeber oder das Finanzamt) genügen nicht.

Richten Sie bitte Ihre Mitteilungen direkt an die kvw-Familienkasse (Postfach 8228, 48044 Münster), weil sich dort Ihre Kindergeldunterlagen befinden.

 

Benachrichtigen Sie uns bitte, wenn:

 

  • Sie bei Ihrem jetzigen öffentlichen Arbeitgeber ausscheiden,
  • sich Ihre Anschrift oder Bankverbindung ändert,
  • der andere Elternteil das Kindergeld beantragen will,
  • Sie und Ihr Ehegatte sich auf Dauer trennen oder geschieden werden,
  • Sie oder ein Kind den bisherigen Haushalt verlassen,
  • sich die Zahl der Kinder verringert (z.B. Tod eines Kindes, Adoption etc.)

 

Erhalten Sie für ein über 18 Jahre altes Kind Kindergeld, müssen Sie uns benachrichtigen, wenn das Kind

 

  • seine Schul- oder Berufsausbildung oder das Studium wechselt, beendet oder unterbricht,
  • bereits eine erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium abgeschlossen hat und eine Erwerbstätigkeit aufnimmt (dies gilt nicht für Kinder ohne Arbeitsplatz und Kinder mit Behinderung),
  • bisher arbeitsuchend oder ohne einen Ausbildungsplatz war und nun eine Schul- oder Berufsausbildung, ein Studium oder eine Erwerbstätigkeit aufnimmt
  • oder den freiwilligen Wehrdienst antritt.

 

Veränderungsmitteilung

Warum werden Ihre Kindergeldzahlungen regelmäßig überprüft?

 

Die Lebensumstände der Kindergeldberechtigten und der Kinder verändern sich häufig. Diese Änderungen können auch Auswirkungen auf die Kindergeldansprüche haben.
 
Deshalb muss die kvw-Familienkasse laufende Kindergeldfälle regelmäßig überprüfen. So werden Überzahlungen vermieden.
 
Die Fachaufsichtsbehörde gibt dabei den Familienkassen die Prüfungsintervalle für

 

  • Kinder, die für einen Beruf ausgebildet werden (auch Schule und Studium),
  • Kinder ohne Ausbildungsplatz,
  • Arbeit suchende Kinder,
  • behinderte Kinder,
  • minderjährige Kinder,
  • Pflegekinder und
  • Zählkinder

 

durch eine Dienstanweisung vor.

 

Die Kindergeldberechtigten werden bei der Überprüfung gebeten, das Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen durch Erklärungen und/oder Belege nachzuweisen.
 
Wirken die Berechtigten bei der Überprüfung nicht mit, kann dies nachteilige Auswirkungen auf den Kindergeldanspruch haben.
 

Trotz der regelmäßigen Überprüfung der Kindergeldzahlungen bleiben die Berechtigten verpflichtet, Änderungen in den Verhältnissen der kvw-Familienkasse mitzuteilen.

 

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei den "häufig gestellten Fragen" (FAQ´s) und im Kindergeldmerkblatt.

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