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Weiterarbeiten mit vorzeitigem Rentenbezug - vor Erreichen der Regelaltersrente

Grundsätzlich beginnen Ihre Altersrente bei der DRV und auch Ihre kvw-Betriebsrente mit dem Erreichen der Regelaltersgrenze. Wenn Sie jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen, besteht die Möglichkeit, eine vorgezogene Altersrente zu beziehen.

Zum Beispiel:

  • eine Altersrente für langjährig Versicherte 
  • eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen 
  • eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte 

Die Prüfung, ob bei Ihnen die Voraussetzungen für einen vorzeitigen Rentenbeginn gegeben sind, obliegt der DRV. 

Was versteht man unter Hinzuverdienst?

Sie haben sich – vor Erreichen Ihrer Regelaltersrente – für den Bezug einer vorgezogenen Altersrente entschieden und erhalten weiterhin Einkommen, in der Regel aus einem Arbeitsverhältnis. In diesem Fall spricht man von einer Flexirente, da ein flexibler Übergang von der Erwerbstätigkeit in die Rente ermöglicht wird. Als Hinzuverdienst gilt zum Beispiel:

  • Bruttoverdienst aus abhängiger Beschäftigung 
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (jeweils der steuerrechtliche Gewinn)
  • aus Gewerbebetrieb (zum Beispiel Einnahmen aus Ihrer Solaranlage)
  • aus selbständiger Arbeit 
  • sowie vergleichbares Einkommen

Ihre kvw-Betriebsrente und andere Renten zählen nicht als Hinzuverdienst! 

Welche Hinzuverdienstgrenzen gibt es?

 

 

Achtung: Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten wie schon für die Jahre 2020 und 2021 auch für das Kalenderjahr 2022 erhöht. Sie liegt im Jahr 2022 –  ebenso wie im Jahr 2021 – bei 46.060 €. Diese Regelung ist befristet bis zum 31.12.2022. Sie wird auch auf die Berechnung der kvw-Betriebsrente angewendet. 

 

Bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze dürfen Sie bis zu 6.300 € im Kalenderjahr, also jeweils vom 01.01. bis 31.12. eines Jahres, anrechnungsfrei hinzuverdienen. Sie erhalten damit weiter Ihre gesetzliche Rente ohne Kürzung, man spricht daher von einer Vollrente. Geht der Verdienst ab Rentenbeginn über die Hinzuverdienstgrenze hinaus, werden 40 Prozent des über die Grenze hinausgehenden Einkommens auf Ihre Rente angerechnet. 
Ihre gesetzliche Rente wird entsprechend gekürzt, man spricht daher von einer Teilrente. Außerdem gibt es einen individuellen Hinzuverdienstdeckel. Hierfür ist das höchste Bruttogehalt der letzten 15 Jahre maßgebend. Der darüber hinausgehende Betrag wird zu 100 Prozent auf die verbleibende Rente angerechnet. 

Hierzu ein Beispiel:

  • Monatliche gesetzliche Altersrente: 1.500 €
  • Hinzuverdienst: 1.300 €
  • Individueller Hinzuverdienstdeckel: 28.000 €
1.  1.300 € x 12 Monate = 15.600 €
Abzüglich Hinzuverdienstgrenze: 6.300 €
Anrechenbarer Hinzuverdienst: 9.300 € : 12 Monate = 775 € monatlich
2.  Angerechnet werden 40 Prozent von 775 €, also 310 €
1.500 € (Vollrente) - 310 € = 1.190 € (Teilrente)
3. Zuzüglich Hinzuverdienst 1.300 €
Einkommen insgesamt: 2.490 €
4.  Individueller Hinzuverdienstdeckel: 28.000 € : 12 = 2.333.33 € monatlich
Die Differenz des monatlichen Hinzuverdienstdeckels zum gesamten Verdienst, in diesem Fall also 156,67 €, wird zu 100 Prozent angerechnet. 
Als Teilrente erhalten Sie somit 1.033,33 Euro (1.500 € - 310 € - 156,67 €).

 

 

Grafik: Einkommensanrechnung der gesetzlichen Rentenversicherung im Rahmen der Flexirente

Sie teilen der DRV mit, dass Sie eine Beschäftigung nach Rentenbeginn aufnehmen und wie hoch der Verdienst daraus voraussichtlich sein wird. Die DRV ermittelt anhand des voraussichtlichen Hinzuverdienstes die Rentenhöhe für das laufende Kalenderjahr bis zum 30. Juni des Folgejahres. Zum 01. Juli des Folgejahres erfolgt eine rückwirkende Überprüfung anhand des tatsächlichen Hinzuverdienstes des Vorjahres. Wurde Rente überzahlt, müssen Sie diese zurückzahlen, war die Rente zu niedrig, erhalten Sie eine Erstattung. 

Die Hinzuverdienstgrenze wird eingehalten

Auswirkungen auf die kvw-Betriebsrente 
Wenn Sie die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 € nicht überschreiten und Ihre gesetzliche Rente als Vollrente erhalten, gilt: Mit dem Bezug der Altersrente als Vollrente endet die Versicherungspflicht in der Zusatzversorgung. Wird danach weitergearbeitet, ist die Tätigkeit in der Zusatzversorgung nicht mehr zu versichern. 
Wir gewähren Ihre kvw-Betriebsrente ab dem Zeitpunkt, zu dem Sie Ihre Rente von der DRV ebenfalls erhalten. Eventuelle Abschläge wegen vorzeitiger Inanspruchnahme, die Sie bei Ihrer Rente von der DRV haben, werden bis zur Höchstgrenze von 10,8 Prozent auch bei der kvw-Betriebsrente berücksichtigt. Erhalten Sie die Rente abschlagsfrei, ist Ihre kvw-Betriebsrente ebenfalls abschlagsfrei. 

Auswirkungen auf die kvw-PlusPunktRente

  • PlusPunktRente Tarif 2002 – Verträge, die vor dem 01.01.2010 abgeschlossen wurden

Mit Bezug der Altersrente als Vollrente haben Sie jetzt ebenfalls Anspruch auf Ihre PlusPunktRente. Damit sind keine weiteren Beitragszahlungen mehr möglich. 

  • PlusPunktRente Tarife 2010 / 2010-U / 2017

In diesen Tarifen kann die PlusPunktRente unabhängig vom Rentenbeginn in der DRV fortgeführt werden. Sie erwerben weitere Versorgungspunkte. 
Sie können die PlusPunktRente, unabhängig von Ihrer gesetzlichen Altersrente, ab dem 62. Lebensjahr beantragen. Rentenbeginn ist der Kalendermonat, der auf den Antragseingang folgt. Aufgrund der Abkopplung von den Vorgaben der Deutschen Rentenversicherung spielt es hier keine Rolle, ob Sie die gesetzliche Rente als Voll- oder als Teilrente erhalten. Beantragen Sie die Rente vor dem vollendeten 65. Lebensjahr, fallen Abschläge an. Bei den Tarifen 2010 und 2010-U sind es 0,5 Prozent pro Monat, maximal 18 Prozent. Beim Tarif 2017 sind es 0,4 Prozent pro Monat, maximal 14,4 Prozent. 
Bei Inanspruchnahme nach dem 65. Lebensjahr erhöht sich Ihre Rente um Zuschläge, die je nach Tarif variieren. Bei den Tarifen 2010 und 2010-U sind es 0,5 Prozent pro Monat ab dem 65. Lebensjahr – maximal 30 Prozent beim Tarif 2010 und maximal 12 Prozent beim Tarif 2010-U. Beim Tarif 2017 sind es pro Monat ab dem 65. Lebensjahr 0,4 Prozent und maximal 9,6 Prozent.
Beiträge zur Brutto-Entgeltumwandlung können aus dem Arbeitsentgelt weiter gezahlt werden. 
Bei der Weiterführung Ihrer PlusPunktRente mit Riester-Förderung haben Sie allerdings nur dann auch weiter Anspruch auf die staatliche Förderung, wenn Sie freiwillig weiter Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten. 

Die Hinzuverdienstgrenze wird überschritten

Sofern Sie die jährliche Hinzuverdienstgrenze von 6.300 € überschreiten, erhalten Sie von der DRV Ihre Rente aufgrund der Einkommensanrechnung als Teilrente.

Auswirkungen auf die kvw-Betriebsrente 
Bei Bezug der Altersrente der DRV von Rentenbeginn an (!) als Teilrente besteht kein Anspruch auf die kvw-Betriebsrente. In diesem Fall müssen Sie auf die Betriebsrente warten, bis die Hinzuverdienstgrenze unterschritten und daher die Altersrente als Vollrente gezahlt wird. 

Spätestens ab Erreichen Ihrer Regelaltersgrenze können Sie uneingeschränkt, somit ohne Anrechnung auf Ihre Renten, hinzuverdienen und haben damit auch Anspruch auf die kvw-Betriebsrente. 
Sofern Sie Ihre Altersrente von der DRV zunächst als Vollrente erhalten, daher Ihre kvw-Betriebsrente ebenfalls beziehen und sich erst bei der Einkommensüberprüfung zum 01. Juli des Folgejahres herausstellt, dass bereits im Vorjahr die Einkommensgrenze überschritten wurde, waren damit die Anspruchsvoraussetzungen für Ihre kvw-Betriebsrente nicht erfüllt. Die Rentenentscheidung der kvw wird dann mangels rechtlicher Grundlage aufgehoben und revidiert und eventuell bereits geleistete Zahlungen von Ihnen zurückgefordert. 
Führt die Prüfung der Hinzuverdienstgrenze durch die DRV erst in den Folgejahren zu einer Kürzung der Altersrente, wird die kvw-Betriebsrente ebenfalls um den entsprechenden prozentualen Anteil gekürzt, um den die gesetzliche Altersrente gekürzt wird. Voraussetzung für eine Kürzung der kvw-Betriebsrente ist, dass die Altersrente der DRV zunächst als Vollrente gewährt wurde, das heißt, im Jahr des Rentenbeginns wurde die Einkommensgrenze nicht überschritten und damit die Rente als Vollrente gewährt. 
Wird der Hinzuverdienstdeckel so weit überschritten, dass die gesetzliche Rente vollständig ruht, ruht auch die kvw-Betriebsrente. 

 

Auswirkungen auf die kvw-PlusPunktRente

  • PlusPunktRente Tarif 2002 - Verträge, die vor dem 01.01.2010 abgeschlossen wurden 

Sie erhalten Ihre PlusPunktRente, sobald Sie Ihre gesetzliche Altersrente als Vollrente beziehen. Der Teilrentenbezug löst hier ebenfalls noch keinen Anspruch aus. Einkommensanrechnung findet hier aber nicht statt. 

  • PlusPunktRente Tarif 2010 / 2010-U / 2017 - Verträge, die nach dem 31.12.2009 abgeschlossen wurden

Sie können die Altersrente, unabhängig von Ihrer gesetzlichen Rente, ab dem 62. Lebensjahr beantragen. Rentenbeginn ist der Kalendermonat, der auf den Antragseingang folgt. Aufgrund der Abkopplung von den Vorgaben der Deutschen Rentenversicherung spielt es hier keine Rolle, ob Sie die gesetzliche Rente als Voll- oder als Teilrente erhalten. Beantragen Sie die Rente vor dem vollendeten 65. Lebensjahr, fallen Abschläge an. Bei den Tarifen 2010 und 2010-U sind es 0,5 Prozent pro Monat, maximal 18 Prozent. Beim Tarif 2017 sind es 0,4 Prozent pro Monat, maximal 14,4 Prozent. 
Bei Inanspruchnahme nach dem 65. Lebensjahr erhöht sich Ihre Rente um Zuschläge, die je nach Tarif variieren. Bei den Tarifen 2010 und 2010-U sind es 0,5 Prozent pro Monat ab dem 65. Lebensjahr – maximal 30 Prozent beim Tarif 2010 und maximal 12 Prozent beim Tarif 2010-U. Beim Tarif 2017 sind es pro Monat ab dem 65. Lebensjahr 0,4 Prozent und maximal 9,6 Prozent.

Weiterarbeiten mit vorzeitigem Rentenbezug bei nicht gesetzlich Versicherten

Angehörige bestimmter Berufsgruppen können sich von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien und stattdessen in einem Versorgungswerk (Ärzteversorgung, Apothekerversorgung, Architektenkammer u.a.) versichern lassen.

Auswirkungen auf die kvw-Betriebsrente
Wenn Sie nicht gesetzlich rentenversichert sind, sondern beispielsweise in einem berufsständischen Versorgungswerk, prüfen wir Ihren Antrag nach den Bestimmungen der DRV. Zunächst ist zu klären, ob Sie die Anspruchsvoraussetzungen, die erforderliche Wartezeit und die für die Rentenart maßgebliche Altersgrenze für einen vorzeitigen Rentenbezug erfüllen. Ausführliche Erläuterungen dafür finden Sie hier:

Informationen für nicht gesetzlich Versicherte

Bei Ihnen gelten die gleichen Hinzuverdienstgrenzen wie bei den gesetzlich Rentenversicherten. Die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und damit auch der Hinzuverdienstgrenze übernehmen die kvw. Dafür reichen Sie die erforderlichen Einkommensnachweise bei uns ein. 
Wir prüfen, ob Sie Anspruch auf Ihre kvw-Betriebsrente als Vollrente beziehungsweise als Teirente haben. Wird die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro überschritten, handelt es sich um einen Teilrentenanspruch. Dieser löst keinen Anspruch auf die kvw-Betriebsrente aus. Erst wenn die Hinzuverdienstgrenze (6.300 Euro pro Kalenderjahr) unterschritten wird, beziehungsweise spätestens mit Erreichen der Regelaltersgrenze, haben Sie Anspruch auf Ihre kvw-Betriebsrente. Ab diesem Zeitpunkt können Sie unbeschränkt, ohne Anrechnung auf Ihre Rente, hinzuverdienen. 
Erhalten Sie die kvw-Betriebsrente von uns, ist damit die Versicherungspflicht beendet. Ihr Arbeitgeber zahlt keine Beiträge mehr zur Zusatzversorgung. 

Auswirkungen auf die kvw-PlusPunktRente 

  • PlusPunktRente Tarif 2002 - Verträge, die vor dem 01.01.2020 abgeschlossen wurden

Sie erhalten Ihre PlusPunktRente, sobald Sie auch die Anspruchsvoraussetzungen für Ihre kvw-Betriebsrente erfüllen. 

  • PlusPunktRente Tarife 2010 / 2010-U / 2017 - Verträge, die nach dem 31.12.2009 abgeschlossen wurden 

Sie können die Altersrente, unabhängig von den Anspruchsvoraussetzungen der berufsständischen Versorgung oder DRV, ab dem 62. Lebensjahr beantragen. Rentenbeginn ist der Kalendermonat, der auf den Antragseingang folgt. Beantragen Sie die Rente vor dem vollendeten 65. Lebensjahr, fallen Abschläge an. Bei den Tarifen 2010 und 2010-U sind es 0,5 Prozent pro Monat, maximal 18 Prozent. Beim Tarif 2017 sind es 0,4 Prozent pro Monat, maximal 14,4 Prozent. 
Bei Inanspruchnahme nach dem 65. Lebensjahr erhöht sich Ihre Rente um Zuschläge, die je nach Tarif variieren. Bei den Tarifen 2010 und 2010-U sind es 0,5 Prozent pro Monat ab dem 65. Lebensjahr – maximal 30 Prozent beim Tarif 2010 und maximal 12 Prozent beim Tarif 2010-U. Beim Tarif 2017 sind es pro Monat ab dem 65. Lebensjahr 0,4 Prozent und maximal 9,6 Prozent.

 

 

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